Ich denke immer, daß unsre Bücherbesprecher einen großen Fehler machen,
wenn sie sich nur grade an die letzte Nummer des Buchhändler-Börsenblatts halten –
es gibt so viel alte hübsche Dinge, die kein Mensch kennt, und die ihr Dasein
in der ersten Auflage sanft verträumen ...
Kurt Tucholsky
Unser Schwerpunkt
Der Elsinor Verlag, 2006 als kleiner Verlag mit literarischem Programm gegründet, begibt sich vornehmlich auf die Seiten- und Nebenwege der Literatur: auf der Suche nach Romanen und Erzählungen, Dramen und Essays, die kaum (noch) bekannt sind, aber eine Neuentdeckung lohnen. Zu diesen Fundstücken auf Seitenwegen zählen bedeutsame Arbeiten, die sich der Einordnung in klar umrissene Genres entziehen (Chestertons «Essays»!), lesenswerte «Nebenwerke» renommierter Autoren, gelegentlich wohl auch Klassiker von Rang, die zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind oder die anhaltendem Ruhm zum Trotz schon geraume Zeit nicht mehr zugänglich waren und deshalb keinen Weg mehr zu den Lesern finden.
Daß die Möglichkeiten eines kleinen Verlages in dieser Hinsicht begrenzt sind und die Auswahl äußerst subjektiv bleiben muß, versteht sich von selbst.
Auch bei älteren Werken verzichtet Elsinor grundsätzlich auf Faksimiles bzw. die einfache reprographische Wiedergabe vorhandener Ausgaben. Vielmehr erstellen wir zunächst eine verläßliche Textfassung – etwa auf der Basis der Erstausgabe oder anhand eines Vergleichs mehrerer autorisierter Ausgaben. Wir legen Wert auf eine ansprechende, gut lesbare Typographie. In jedem Band informiert eine Zeittafel über wichtige Stationen im Leben des jeweiligen Autors. Erläuterungen einzelner Stichworte runden ein Buch ab, falls dies heutigen – und womöglich jüngeren – Lesern das Verständnis erleichtert.
Aktueller Hinweis: Chesterton bei Elsinor
In einem großen Chesterton-Porträt in der Süddeutschen Zeitung (10./11.09.2011) weist Burkhard Müller auf das immer noch viel zu wenig bekannte und eminent vielseitige Werk des großen englischen Schriftstellers hin – das eigentliche Werk jenseits der populären, doch in den Rühmann-Filmen arg verharmlosten Detektivgeschichten um Father Brown: ... seine weitaus breitere und tiefere Hauptproduktion, seine Bücher und Zeitungsartikel über Politik, Literatur, Theologie ... Es ist oft so schlagend wahr und klug, was er zu sagen weiß; und es wurde so noch nie zuvor gesagt. Kein Mensch im deutschen Sprachraum kennt diese Sachen.
Zumindest Ausschnitte aus diesem verzweigten Werk sind bei Elsinor in neuen Übersetzungen erhältlich (Details siehe unter «Programm»).
Chesterton als Erzähler:
Der Club für bizarre Berufe. Londoner Erzählungen
Mit Heimweh daheim. Erzählungen und Märchen
Chesterton als Essayist und Zeitungskolumnist:
Vom Wind und den Bäumen oder Gewichtige Kleinigkeiten. Betrachtungen und Skizzen
Erste deutsche Ausgabe der berühmten Essaysammlung «Tremendous Trifles» von 1909.
In den Sand geschrieben. Betrachtungen
Chesterton als Debattenredner:
Sind wir uns einig? Ein Streitgespräch mit Bernard Shaw nebst einigen Essays
Protokoll einer öffentlichen Debatte, das 1928 im englischen Original publiziert wurde.