
Klaus Weise
Nebelleben
Roman
Paul. Weiß. 50 +. Schauspieler. Einst erfolgreich. Jetzt hängengeblieben. Mittelgroße Stadt am Großen Fluss. Deren Provinzialität er hasst. Nicht so die Schönheit der Landschaft.
Die liebt er. Auch den Schoppen Wein. Gendert nicht. Will Menschen darstellen, kein Labor sein. Nicht rumbrüllen auf der Bühne. Hat gekündigt. Jetzt brüllt er selber: Als er die Affäre seiner Frau entdeckt, geht der Jago geht mit ihm durch.
Paul flieht nach Berlin. Die Stadt, die er liebt und hasst. Eine lange Autofahrt durch die Dunkelheit mit Bier, Regen, Erinnerungen, Müdigkeit, Angriffen und Selbstgesprächen. Eine Episode mit Beethoven als Beifahrer, die er imaginiert, um Ich bin Beethoven zu schreiben und aufzuführen.
Erinnerung, Phantasie, Tatsächliches und Traumaustausch. Mäandernde Wirklichkeiten. Habe etwas getan, das ich mir nie zugetraut hätte: Berufswechsel. Vom Schauspieler zum Mörder?
Details
Erscheinungsjahr
2026
Elsinor
Klappenbroschur
284 Seiten
ISBN 978-3-939483-87-8
25,00 Euro [D]
14 x 22 cm
Presse
Das Buch im Urteil der Medien
General-Anzeiger Bonn
29./30. August 2026
Weise spielt hier sein Talent für Witz und Groteske aus, während er andernorts mit Gespür für dramatische Zuspitzung eine Krimigeschichte ersinnt. Wieder anderswo entwickelt er durchaus dichte Bühnendialoge sowie Gedanken über die Flüchtigkeit der Theaterkunst, deren Vergänglichkeit der "Preis für das schier unerträglich wunderbare Glücksempfinden des Augenblicks" ist.
Eine verstörende Tour de Force, eine Zumutung, bei der der gewiefte Theatermann Weise am Ende aber virtuos die Kurve kriegt.
Thomas Kliemann