
Grete Massé
Euer war ich niemals ganz
Dichtungen
Wer Menschen in ihrer Existenz verstehen will, muss sie in ihrem Leiden begleiten. Die Dichtungen der heute vergessenen Schriftstellerin Grete Massé spiegeln dieses genaue Beobachten, das tiefe Erspüren und dichte Miterleben wider. Die Erkenntnis offenbart sich, dass sich das Leiden der Menschen nicht allein aus dem Verlust ihrer Hoffnungen und Träume speist, sondern auch daraus, das, was verloren geht, nicht aufgeben zu können. Es gibt Menschen, die sich still ihrem Schicksal fügen, und es gibt solche, die nicht kampflos das Feld, ihr eigenes kleinen Feld, räumen wollen, die eine Grenze ziehen und sagen: «Bis hierher und nicht weiter!» Dieses Sich-Aufbäumen in aussichtsloser Lage, diese mutige und vielleicht letzte Veränderung der Perspektive, die sogar die Veränderung der geschlechtlichen Identität einschließen kann: Das alles zeigt sich in den Texten von Grete Massé und erzeugt einen Grundton der Zuversicht in erzdunklen Zeiten. 1941 wurde die Schriftstellerin zusammen mit ihren beiden Schwestern von Hamburg aus nach Riga deportiert und ermordet.
Wiederentdeckt und mit einem Essay versehen von dem Literaturarchäologen Martin A. Völker..
Details
Erscheinungsjahr
2026
Elsinor
Taschenbuch
Herausgegeben von
Martin A. Völker
156 Seiten
ISBN 978-3-942788-98-4
17,00 Euro [D]
12 x 19 cm