Ich denke immer, daß unsre Bücherbesprecher einen großen Fehler machen,
wenn sie sich nur grade an die letzte Nummer des Buchhändler-Börsenblatts halten –
es gibt so viel alte hübsche Dinge, die kein Mensch kennt, und die ihr Dasein
in der ersten Auflage sanft verträumen ...
Kurt Tucholsky
Unser Schwerpunkt
Der Elsinor Verlag, 2006 als kleiner Verlag mit literarischem Programm gegründet, begibt sich vornehmlich auf die Seiten- und Nebenwege der Literatur: auf der Suche nach Romanen und Erzählungen, Dramen und Essays, die kaum (noch) bekannt sind, aber eine Neuentdeckung lohnen. Zu diesen Fundstücken auf Seitenwegen zählen bedeutsame Arbeiten, die sich der Einordnung in klar umrissene Genres entziehen (Chestertons «Essays»!), lesenswerte «Nebenwerke» renommierter Autoren, gelegentlich wohl auch Klassiker von Rang, die zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind oder die anhaltendem Ruhm zum Trotz schon geraume Zeit nicht mehr zugänglich waren und deshalb keinen Weg mehr zu den Lesern finden.
Daß die Möglichkeiten eines kleinen Verlages in dieser Hinsicht begrenzt sind und die Auswahl äußerst subjektiv bleiben muß, versteht sich von selbst.
Auch bei älteren Werken verzichtet Elsinor grundsätzlich auf Faksimiles bzw. die einfache reprographische Wiedergabe vorhandener Ausgaben. Vielmehr erstellen wir zunächst eine verläßliche Textfassung – etwa auf der Basis der Erstausgabe oder anhand eines Vergleichs mehrerer autorisierter Ausgaben. Wir legen Wert auf eine ansprechende, gut lesbare Typographie. In jedem Band informiert eine Zeittafel über wichtige Stationen im Leben des jeweiligen Autors.
In der noch relativ kurzen Verlagsgeschichte hat sich allerdings gezeigt, daß dieser anfangs gesteckte Rahmen gelegentlich zu eng wird; das Programm wird also vielseitiger, als dies zunächst abzusehen war. Die Wiederentdeckung vergessener Bücher bleibt zwar ein wichtiges Anliegen, doch sind Erstausgaben heutiger Autoren nicht länger ausgeschlossen; auch eine – kleine – Reihe englischer Originalausgaben ist für die Zukunft geplant.